Virtuos führten Steffi Denk und Hans „Yankee“ Meier das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllte Niedermünsterkirche durch das Benefizkonzert fürs Caritas Marienheim. Foto: H.C. Wagner
Regensburg - "Das Caritas Marienheim bietet Frauen, die keinen eigenen Weg mehr sehen, eine offene Türe und ein schützendes Dach", beschrieb Caritasdirektor Michael Weißmann den Anlass und das Spendenziel des Benefizkonzertes in der Niedermünsterkirche in seiner Einführung mit wenigen Worten. Und dann passierte in dem mit rund 500 Zuhörerinnen und Zuhörern bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche etwas Außergewöhnliches: Aus einem Begrüßungsapplaus heraus traten Stimmkünstlerin Steffi Denk und Gitarrenvirtuose Hans "Yankee" Meier und holten das Publikum mit dem Beatles-Klassiker "Here Comes The Sun" von der ersten Sekunde an ab - und ließen es bis zur Zugabe nicht mehr aus ihrem Bann. Dass das Benefizkonzert 15.000 Euro an Spenden einspielte, setzte den rundum gelungenen Nachmittag einen besonderen Glanz auf.
Der Rotary-Club Porta Praetoria, vertreten durch Prof. Hans J. Schlitt (l.) und Stadtdekan Roman Gerl (r.), überreichten einen Scheck über 5.000 Euro an Caritasdirektor Michael WeißmannFoto: H.C. Wagner
Die rote Türe im zur Bühne gewordenen Altarraum stand zugleich als Symbol für die Caritas-Jahres-Kampagne und für die Türe, die das neue Caritas Marienheim in Kürze für Frauen in Not öffnen wird. "Es gibt Momente im Leben, in denen der Weg versperrt ist - durch Armut, Krankheit, Einsamkeit oder andere Herausforderungen", führte Diakon und Caritasdirektor Michael Weißmann in seinem spirituellen Textimpuls auf das Nachmittagsthema hin. So sei es bei dem Gelähmten im Markusevangelium (Mk 2,1-5). Er konnte nicht allein zu Jesus gehen. Doch seine Freunde gaben nicht auf: Sie deckten das Dach ab, rissen Barrieren nieder und schufen einen neuen Zugang zur Begegnung und Heilung. Im Marienheim der Caritas in Regensburg wird genau dieser Gedanke gelebt. Es bietet Frauen, die keinen eigenen Weg mehr sehen, eine offene Tür und ein schützendes Dach. Jede Frau, die hier anklopft, verdiene, so Weißmann, einen Platz - und eine Zukunft. So wie es später in dieser Bibelstelle aus dem Markusevangelium heißt: "Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Matte und geh umher." (Mk 2,11). "Glaube zeigt sich im Handeln - und wo Menschen Türen öffnen, geschieht Heilung", setzte Weißmann eine Richtung weisende Botschaft an das Ende seiner Worte.
In der Ostengasse 18 entsteht derzeit eine Notschlafstelle aus dem Caritas Obdachlosenprogramm "NOAH" mit 30 Plätzen für akute Hilfe und Tagesaufenthalt, außerdem eine Wohngruppe mit zehn Plätze für sozialpädagogisch betreutes Wohnens. In einem eigenen Stockwerk können Wohnräume der "NOAH-Nachsorge für Frauen" als Sprungbrett in ein eigenständiges Leben genutzt werden. "Da kann ja jeder kommen" lautet das Motto der Caritas in diesem Jahr - auf das Marienheim angewandt sagte Caritasdirektor Weißmann in einem Textimpuls: "Ja, hier kann jede kommen - weil jede ein Recht auf ein sicheres Zuhause hat."
"Die Zuhörer erwartet ein musikalisches Erlebnis voller Wärme, Tiefe und Energie", hatten Steffi Denk und Hans "Yankee" Meier ihr "Voice & Strings"-Spezialprogramm im Vorfeld beschrieben. Die stimmungsvolle Mischung bot Klassiker von Bill Withers ("Soul Shadows"), Sam Cooke ("You Send Me”), Eric Clapton ("Change The World”), Bonnie Raitt, The Supremes, Carol King, Gloria Gaynor und Aretha Franklin. Fein aufeinander abgestimmt und perfekt präsentiert erzeugten die Songs absolutes Gänsehaut-Feeling beim Publikum, das im Wechsel mit absoluter Stille und beherztem Applaus dieser virtuosen Meisterleistung Tribut zollte. Nachdenklich-besinnlich stimmte ein weiterer Textimpuls des Nachmittages, die Geschichte von "Ramona", die am vermeintlichen Tiefpunkt ihres Lebens bei der Caritas Menschen getroffen hat, die ihr geholfen haben und ihr etwas bislang nicht Erlebtes vermittelten: "Ich bin etwas wert." Ramona war beim Konzert - eingebettet ins Publikum - vor Ort.
Die Niedermünsterkirche war beim Benefizkonzert mit Steffi Denk und Hans „Yankee“ Meier bis auf den letzten Platz gefüllt.Foto: H.C. Wagner
Dass das Engagement der Künstler an diesem Nachmittag und das stetige Engagement der Caritas etwas wert sind, honorierten nicht nur die Zuhörerinnen und Zuhörer mit spontanen Spenden, sondern auch der Rotary-Club Porta Praetoria, vertreten durch Prof. Hans J. Schlitt und Stadtdekan Roman Gerl, mit einer Spende über 5.000 Euro. Weitere jeweils 1.000 Euro kamen vom Frauenbund der Dompfarrei und einem stillen Unterstützer. So konnten am Ende 15.000 Euro gezählt werden, die direkt auf das Konto des Marienheims einzahlen. Die Türe dort in der Ostengasse öffnete sich durch das Benefizkonzert ein ganzes Stück weiter.